Kurzarbeit in der Corona-Krise

Das Coronavirus hält die Welt in Schach und ist längst kein privates Problem mehr.

Die meisten Straßen sind leergefegt und Deutschland befindet sich im Corona-Ausnahmezustand. Das Coronavirus ist längst kein privates Problem mehr, sondern zahlreiche Branchen in Deutschland sind den Folgen von COVID-19 ausgesetzt. Millionen Beschäftige arbeiten mittlerweile schon im Homeoffice, einige Unternehmen bereiten sich sogar schon auf einen kompletten Stillstand vor und tragen somit einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden davon. Um die Auswirkungen des Coronavirus abzufedern und Entlassungen zu vermeiden, ist die Anmeldung von Kurzarbeit für viele Unternehmen unausweichlich.

Die Große Koalition hat am 8. März 2020 beschlossen, dass der Bezug von Kurzarbeitergeld erleichtert wird und Liquiditätshilfen zur Verfügung gestellt werden. Voraussichtlich soll das entsprechende Gesetz ab der ersten Aprilhälfte in Kraft treten und zunächst bis Ende des Jahres gelten.

Die Kurzarbeit wird i.d.R. durch den Arbeitgeber beantragt oder kann mithilfe von Vollmachten auch an einen Dienstleister abgegeben werden. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, welche im Sozialgesetzbuch III definiert sind, um Anspruch auf das Kurzarbeitergeld erheben zu können.

Demnach gibt es aktualisierte Bedingungen und Regeln für die Kurzarbeit:

  • Es muss ein erheblicher Arbeitsausfall vorliegen
  • 10% der Belegschaft muss vom Arbeitsausfall betroffen sein (müssen mehr als 10% Entgeltausfall haben) à bislang musste noch ein Drittel der Belegschaft betroffen sein
  • Resturlaubsbestände aus dem Vorjahr müssen abgebaut sein
  • Das Unternehmen muss mindestens einen Mitarbeiter beschäftigen
  • Arbeitgeber muss den Arbeitsausfall in dem Monat anzeigen, in dem die Kurzarbeit beginnt
  • Auf den Aufbau von negativen Arbeitszeitsalden kann verzichtet werden à bislang mussten die Arbeitgeber die Zeitkonten ihrer Mitarbeiter zum Ausgleich einsetzen
  • Leiharbeitskräfte können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld
  • Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung der ausgefallenen Stunden der Kurzarbeiter werden zu 100% erstattet

Berechnung von Kurzarbeitergeld

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes richtet sich nach dem pauschaliertem Nettoausfall. Dieser wird mit der Differenz von pauschaliertem Netto-Soll-Entgelt zu pauschaliertem Netto-Ist-Entgelt ermittelt. Wurde der Nettolohn für die ausfallende Arbeitszeit ermittelt, wird nach zwei unterschiedlichen Leistungsgruppen ausgezahlt.

Leistungsgruppe 1: Auszahlung von 67% des Nettolohns der ausgefallen Arbeitszeit an alle Arbeitnehmer, die ein Kind versorgen müssen.

Leistungsgruppe 2: Auszahlung von 60% des Nettolohns der ausgefallen Arbeitszeit an alle Arbeitnehmer, die nicht zu Leistungsgruppe 1 zählen.

 

Es folgt ein Rechenbeispiel, um dies zu verdeutlichen:

Ein Arbeitnehmer arbeitet 5 Tage pro Woche und die Arbeitszeit ist mit 20% pro Tag gleichmäßig verteilt. Während der Kurzarbeit, arbeitet der Arbeitnehmer allerdings nur noch 4 Tage pro Woche. Somit bekommt er 80% seines Lohns weiterhin vom Arbeitgeber. Für die übrigen 20% erhält der Arbeitnehmer eine Kompensationszahlung von der Arbeitsagentur. Die Kompensationszahlung beinhaltet 60% der ausgefallen Arbeitszeit, das entspricht also 12% der Wochenarbeitszeit und somit auch des Wochenlohns. Demnach würde der Arbeitnehmer 92% des Wochenlohns erhalten. Für den Fall, dass der Arbeitnehmer ein Kind versorgen muss, würden nicht die 60% greifen, sondern die 67%. Somit ergäbe sich für den Arbeitnehmer ein Gesamtwochenlohn von 93,4%.

Der Weg in die Kurzarbeit stellt ein Unternehmen vor neue Herausforderungen. Da die Kurzarbeit dazu dient, die Betriebe in schwierigen Zeiten zu unterstützen, sollten genau deshalb Themen, wie z.B. die Anmeldung der Kurzarbeit oder die Umstellung der Entgeltmodelle hin zum Kurzarbeitergeld, die Arbeit nicht zusätzlichen erschweren. Daher können wir, die OP&V, in diesem Fall als Dienstleister mit Fachexpertise unterstützen und beraten.